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DER EUROPÄISCHE FELDHAMSTER - Cricetus Cricetus  
 
Der Europäische Feldhamster ist nicht nur die Vorlage für das Kindermaskottchen Nupsi der Niederösterreichischen Naturparke, in freier Wildbahn sind die Vorkommen des Feldhamsters in Niederösterreich und in ganz Europa stark gefährdet.


Feldhamster gesucht - ein gefährdeter Kleinsäuger braucht unsere Hilfe!


Als großer Europäischer Verwandter der Syrischen Goldhamster, die weithin als Haustiere bekannt und beliebt sind, ist er selbst in der Bevölkerung nicht so stark bekannt. Der Naturschutzbund Niederösterreich hat nun zusammen mit dem Lebensministrium eine Kampagne gestartet, die sich dem Schutz dieses faszinierenden Tieres widmet.

Jeder Naturinteressierte kann sich beteiligen, durch einfache Meldung der Sichtung von Feldhamstern. Einfach Formular ausfüllen und dem Naturschutzbund schicken!

 

Für Kinder hat Nupsi eine besondere Überraschung bereit: jede an den Verein Naturparke Niederösterreich geschickte Kopie des Formulars wird mit einem kleinen Dankeschön von Nupsi belohnt!

Download Formular

 
 

Der Meister im Hamstern

Die sprichwörtliche Vorratswirtschaft - das „Hamstern" - war namensgebend für den Feldhamster, dem aufgrund seines farbenprächtigen Fells wohl attraktivsten heimischen Nagetier. Wegen seiner beträchtlichen Wintervorräte (2-4 kg) wurde die Art früher als Ernteschädling betrachtet und verfolgt, sogar Prämien für getötete Feldhamster wurden bezahlt.

 

Der Naturschutzbund Niederösterreich versucht, soviel wie möglich über den Feldhamster in Niederösterreich zu erfahren. Mittels eines Fragebogens ersuchen wir Sie, Vorkommen zu melden. Gleichzeitig werden auch Maßnahmen zum Schutz der Art erarbeitet und für mehr Toleranz in der Bevölkerung geworben. Unterstützt wird der Naturschutzbund dabei von Erwin Steinhauer, der die Patenschaft für den Feldhamster übernommen hat.

 

Biologie des Feldhamsters
Der Feldhamster (Cricetus cricetus) gehört mit einer Körperlänge von 20 bis 35 cm und einem Körpergewicht von 200 - 500 Gramm zu den größeren heimischen Nagetieren.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Feldhamsters erstreckt sich von Zentralasien über Osteuropa bis Deutschland und Österreich, inselartige Bestände finden sich noch in Belgien, Holland und Frankreich. In Österreich ist das Verbreitungsgebiet weitestgehend auf den pannonischen Raum, d.h. die östlichen Landesteile, beschränkt.

Lebensraum

Ursprünglich war der Feldhamster ein Bewohner der Waldsteppe, als typischer Kulturfolger lebt er heute in Mitteleuropa in Feldern und an deren Rändern, an Feldwegen, Böschungen und Rainen, mancherorts auch auf Trockenrasen und in Weingärten. Im Siedlungsgebiet findet er sich auch auf Rasenflächen von Friedhöfen, Gärten und Parkanlagen.

 
 

Lebensweise

Feldhamster leben – abgesehen von der Paarungszeit - weitgehend solitär und sind zumeist dämmerungs- und nachtaktiv. Die relativ komplexen, selbst gegrabenen Baue werden auf tiefgründigen, trockenen Lehm- und Lössböden angelegt, wobei sich der Grundwasserspiegel mindestens 120 cm unter der Erdoberfläche befindet. Im Sommer werden sie ca. 40 – 50 cm tief angelegt, im Winter kann die Tiefe als Schutz vor Frost bis zu 2 m betragen. Der charakteristische Hamsterbau kennzeichnet sich durch zahlreiche im Durchmesser 6 bis 8 cm große Gänge und Kammern (Wohn-, Vorrats- und Kotkammern) und eine senkrecht nach unten führende Fallröhre, in die er bei Gefahr hinunter stürzt. Baue werden dort angelegt, wo ganzjährig Nahrung und Deckung vorhanden sind.

 
Ernährung Die Nahrung des Feldhamsters besteht vor allem aus grünem Pflanzenmaterial und Sämereien, wobei im Frühjahr v.a. Grünteile von Kräutern, Gräsern und Getreide bevorzugt werden, imspäteren Jahresverlauf bis zur Überwinterung eher Samen, Früchte und Wurzeln. Zusätzlich nimmt er auch tierische Nahrung, wie z. B. Schnecken, Regenwürmern und Insekten zu sich.

Winterschlaf

Frühestens von Ende August an bis längstens Ende März hält der Hamster etwa für 6 Monate Winterschlaf, während dieser Zeit sind die Eingänge des Baus verschlossen. Der Feldhamster ist ein fakultativer Winterschläfer, d.h. die Schlafintervalle (ca. 5 - maximal 15 Tage) werden von Aktivitätsphasen unterbrochen , um die im Spätsommer und Herbst eingetragenen Vorräte zu verzehren.


Fortpflanzung

Bald nach dem Öffnen der Baue im Frühjahr findet die Paarungszeit statt. Im Gegensatz zum Ziesel werfen die Weibchen mehrmals pro Jahr Junge (ca. 6 – 12 Junge) und können sich unter günstigen Bedingungen auch schon im ersten Jahr fortpflanzen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Feldhamsters liegt bei einem bis maximal drei Jahren.

 

Gefährdung des Feldhamsters


Der Feldhamster zählt zu den am meisten gefährdeten Tierarten Österreichs.

Während die Art anfangs von der landwirtschaftlichen Intensivierung noch profitierte – Trockenlegungen schützten die Bauten vor Überschwemmung, größere Felder erhöhten das Nahrungsangebot – haben die Modernisierungen der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten negative Auswirkungen auf diese Tierart gehabt.

 

Schließlich führte die große Anzahl der Maisanbauflächen, die große Teile des Jahres vegetationsfrei bleiben, genauso wie das frühzeitige Umbrechen der Stoppelfelder gemeinsam mit der Zerstörung der letzten Feldraine zu deckungsarmen Ackerflächen, die keinen Schutz vor Feinden mehr bieten.

Zusätzlich kam es d urch die Verfolgung des Feldhamsters als Ernteschädling und die zunehmende Fragmentierung und Bebauung der Landschaft zum europaweiten Rückgang der Feldhamsterbestände.

Durch die moderne, hocheffiziente Art der Ernte, bei der kein Körnchen mehr verloren geht, kommt es zu Nahrungsknappheit in Sommer und Herbst. Der gesteigerte Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln und Dünger reduziert das Nahrungsangebot. Bewässerungen setzen vielerorts die Hamsterbaue unter Wasser.

 

Schutz des Feldhamsters

Da die Feldhamsterbestände in ganz Mitteleuropa rückläufig sind, genießt der Hamster durch die Berner Konvention (Anhang II) und die FFH-Richtlinie (92/43/EWG) als streng geschützte Art (Anhang IV) einen sehr hohen Schutzstatus.

Um den Hamster in seinen Beständen wieder zu stabilisieren, wäre es daher wichtig, Ausbreitungskorridore – Ackerraine, unbefestigte Feldwege und Brachen – zu erhalten und zu schaffen. Tiefpflügen sollte in Hamstergebieten zum Schutz der Baue eingeschränkt werden. Ackerrandstreifen oder Brachstreifen sollten mit Getreide eingesät werden, das stehen bleiben kann. Auf manchen Äckern könnte ein Streifen nicht abgeerntet werden, damit für ausreichend Nahrung gesorgt ist. Bereits bestehende mehrjährige Brachen sollten erhalten bleiben.

Projektziel des Naturschutzbundes

Um Schutzmaßnahmen für eine bedrohte Tierarten durchführen zu können, müssen zunächst seine Bedürfnisse und Ansprüche an die Umwelt bekannt sein.

Das Projekt des Naturschutzbundes hat zum Ziel, den Feldhamster in Niederösterreich zu erfassen, Maßnahmen zu seinem Schutz auszuarbeiten und die Öffentlichkeit zu informieren. Der Erfolg dieses Projektes hängt dabei wesentlich von der Mitarbeit all jener Personen ab, die viel draußen unterwegs sind und die ihre Umgebung daher besser kennen als jeder andere. Durch diese Mitarbeit ist es möglich, die vielen kleinen Vorkommen des Feldhamsters zu erfassen und damit die Grundlage für sinnvolle Schutzmaßnahmen zu erarbeiten.

 
Weitere Informationen:

NATURSCHUTZBUND
Alserstraße 21/1/5
1080 Wien
Fax 01/402 92 93
E-Mail:
noe@naturschutzbund.at
Internet: www.noe.naturschutzbund.at


Zusätzliche interessante Informationen zum Feldhamster und die Möglichkeit, einen Erntestreifen zu sponsern gibt es unter www.feldhamster.de